+++ Warnstreik von Freitag, 27. Februar 2026, bis Samstag, 28. Februar 2026! +++ Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeitenden im öffentlichen Nahverkehr von Freitag, 27. Februar 2026, bis Samstag, 28. Februar 2026, zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. In Frankfurt werden U-Bahnen und Straßenbahnen bestreikt. S-Bahnen, Regionalzüge und Busse werden nicht bestreikt, verkehren planmäßig und können vielfach als Alternative weiterhelfen. Im Busverkehr in Frankfurt ist mit einer spürbar höheren Nachfrage zu rechnen, was auf einigen Linien zu Verspätungen führen kann. +++
+++ Betriebsstörung +++ Aufgrund einer Stellwerksstörung im Bereich Frankfurt Hauptbahnhof kommt es im S-Bahn-Verkehr zu Verspätungen und Fahrtausfällen. Über die Dauer der Beeinträchtigung liegen derzeit keine Informationen vor. Sie soll noch bis voraussichtlich Freitag, 15. Mai 2026, andauern. Bitte informiere dich vor Fahrtantritt über die aktuelle Betriebslage im Internet unter www.bahn.de oder über die App DB Navigator. +++ Stand: 13.05.2026, 7:50 Uhr +++

T-Wagen geht wieder in den Fahrgastbetrieb

Nach 21 Monaten fährt am Montag erstmals wieder eine neue neue Straßenbahn von Alstom im Linienverkehr. Die neuen Bahnen sollen nach den massiven technischen Problemen jetzt zuverlässiger sein, kündigt die VGF an. Im harten Alltag mit Fahrgästen muss dies das neue Fahrzeug aber erst noch beweisen.

Von Montag, 17. August 2026, an wird die VGF die neuen Straßenbahnen der Baureihe „T“ wieder im Fahrgastbetrieb einsetzen. Nachdem das Fahrzeug mit der Nummer 320 seit letztem Sommer umfangreichen Tests unterzogen wurde, erhielt es in der vergangenen Woche die Zulassung.

Alle zwei Wochen eine neue Bahn – Ersatz für älterer Bahnen

Nachdem zwischen dem Hersteller Alstom und der VGF als Betrieberin der gewünschte Auslieferungszustand und die geforderte Qualität abgestimmt sind, wird Alstom die Serienlieferung wieder aufnehmen. Die am Wagen 320 umgesetzten Verbesserungen sind Basis für die Übernahme weiterer Fahrzeuge.

Im Schnitt soll alle zwei Wochen ein neues Fahrzeug kommen. Die gesamte Auslieferung wird sich so bis voraussichtlich 2029 erstrecken. Vom Herstellerwerk in Barcelona werden die neuen Bahnen auf einem Tieflader nach Frankfurt am Main in Stadtbahnzentralwerkstatt der VGF gebracht. Dort erfolgen dann Inbetriebnahme und Betriebsvorbereitung, bevor die Neulinge in den Linien-Einsatz gehen können.

Mit der Inbetriebnahme der T-Wagen zieht die VGF nach und nach die älteren Fahrzeuge der Typen „Pt“ vollständig und „R“ teilweise aus dem Verkehr. Beide Fahrzeugtypen verfügen über keine Klimaanlage. Die Pt-Wagen sind zudem nicht barrierefrei.

Entwicklung länger als geplant

Die Entwicklung des T-Wagens bis zur Einsatzreife hat eine längere Vorgeschichte. Im Dezember 2022 hatte die VGF einen ersten Wagen der neuen Baureihe vorgestellt. Die bis November 2024 gelieferten 14 Fahrzeuge erfüllten jedoch die vertraglichen Anforderungen nicht und mussten deshalb – nach Rücklieferung im Frühjahr 2025 – durch den Hersteller Alstom nachgebessert werden.

Dies betraf eine Reihe technischer Funktionen (z. B. Türen, Fahrzeugsoftware, Bedienung durch das Fahrpersonal), die im Fahrbetrieb zu wiederholten Fahrzeugstörungen führten. Laut VGF-Geschäftsführer Steffen Geers erwartet die Fahrgäste jetzt „ein zuverlässiger und top moderner Straßenbahnwagen mit 56 Sitz- und 135 Stehplätzen, großen Fenstern, vollständig klimatisiert, außerdem 100 % niederflurig und damit barrierefrei“.

Neue Straßenbahnen in zwei Längen

2017 hatte die VGF zunächst die Beschaffung von zunächst 38 Niederflurwagen ausgeschrieben. Der Auftrag wurde im Lauf der Jahre schrittweise (2018, 2019, 2020, 2022) erweitert, um künftigen Anforderungen wie Angebotserweiterungen in Form neuer Linien oder dichteren Taktfolgen gerecht zu werden.

Insgesamt wird Alstom 58 T-Wagen liefern, davon 24 in der 31,5 Meter langen Standardvariante (T30) mit 191 Sitz- und Stehplätzen und 34 40-Meter-Züge (T40) mit 248 Sitz- und Stehplätzen. Der T30 besteht aus drei und der T40 aus vier Teilen. Sie haben vier bzw. fünf Drehgestelle, wovon zwei bzw. drei angetrieben sind. Für den Antrieb sorgen „Permanent erregte Synchron-Motoren“, die sich durch eine hohe Energieeffizienz und kleine Bauart auszeichnen. Sie sind außen an den Achsen der Triebdrehgestelle montiert, was wiederum die Instandhaltung vereinfacht.

Modernes Design

Die VGF schlägt mit der Auslieferung der T-Wagen ein neues Straßenbahn-Kapitel auf – auch was das Erscheinungsbild der Fahrzeuge betrifft. Die in den vergangen Jahrzehnten beschafften Bahnen waren äußerlich – wie fast überall in Deutschland – vom pragmatischen Dreiklang „rechteckig, praktisch, gut“ geprägt. Das neue Design, zu dem auch ein sogenannter Einzug unter der Fensterleiste gehört, der dem Fahrzeug einen leicht rautenförmigen Querschnitt gibt und es elegant wirken lässt, wird die Modernität des Systems Straßenbahn ebenso zum Ausdruck bringen, wie den internationalen Charakter der Stadt Frankfurt.

Neues und Bekanntes für die Fahrgäste

Technisch basieren die neuen Fahrzeuge auf der Alstom-Serie „Citadis SX05“ und erfüllen die neuesten Standards. Darüber hinaus bieten sie aber auch im Frankfurter Straßenbahnbetrieb neue Elemente.

Während schon seit Jahren Video-Ausrüstung und Klimatisierung im Innenraum weitgehend zum Frankfurter Standard gehören, sind die neuen Fahrzeuge zu hundert Prozent niederflurig, was durch eine Spezialkonstruktion der Achsen möglich wird. Damit sind sowohl Zu- und Ausstieg als auch der Innenraum barrierefrei.

Der Innenraum macht einen geräumigen und übersichtlichen Eindruck, obwohl der T-Wagen mit 2,40 Meter für die Frankfurter Straßenbahn eine normale Breite hat. Bewirkt wird dies durch die Faltenbalge zwischen den Fahrzeugteilen, die eine große lichte Weite haben und dadurch einen breiten Durchgang ermöglichen.

Die großen Panoramafenster bieten den Fahrgästen nicht nur eine gute Aussicht, sondern sorgen gemeinsam mit einer LED-Beleuchtung im inneren des Fahrzeugs für angenehme Lichtverhältnisse. Die VGF nutzt erstmals eine Ambiente-Beleuchtung, wobei die ausgeprägte Farbenfröhlichkeit nicht übertrieben wurde. Abhängig von der Außentemperatur wird der Licht-Ton im Fahrgastinnenraum geregelt, was zum Wohlbefinden der Fahrgäste beitragen soll.

Fahrgästen mit Rollstühlen, Kinderwagen und Fahrrädern gewähren großzügige Mehrzweckflächen ausreichend Platz. Dem schnelleren Fahrgastwechsel dient eine vierte Tür pro Wagenseite – im T40 sind es fünf. Manuell ausklappbare Rampen sind sowohl im T30 als auch im T40 an drei Türen pro Wagenseite angebracht. Wie schon beim S-Wagen verzichtet die VGF auch beim T-Wagen auf anfällige elektrisch ausfahrbare Rampen.

Des Weiteren verfügen die neuen Straßenbahnen über ein neues Fahrgastinformationssystem mit zweiteiligen Monitoren, ähnlich denen, die schon in neueren Frankfurter Stadtbussen zum Einsatz kommen. Außerdem sind 16 (T30) bzw. 18 (T40) USB-Ladestationen im Inneren angebracht.

Moderner Arbeitsplatz für das Fahrpersonal

Auf ein neues Fahrzeug mit einem neuen Arbeitsplatz darf sich auch das Fahrpersonal der VGF freuen. In der Fahrerkabine ist die Sitzposition zentral angeordnet und bietet eine gute Rundumsicht durch die große Frontscheibe. Bei den Sitzen hat die VGF auf das bewährte und in anderen Frankfurter Fahrzeugen genutzte Modell zurückgeriffen. Die Außenspiegel wurden durch Kameras ersetzt. Mit ihrer Hilfe lässt sich das Fahrzeug von der Kabine aus z. B. beim Fahrgastwechsel an den Haltestellen auf ganzer Länge auf zwei Monitoren überblicken.

Ein Display für Statusanzeigen und Fehlermeldungen haben Fahrerinnen und Fahrer vor sich. Per Touchscreen können sie Befehle eingeben. Hier zeigt sich die „Alstom-DNA“ als Hersteller von „großen“ Eisenbahnzügen. Auf einen vollständigen Übergang zum Touchscreen hat die VGF jedoch verzichtet. Basisfunktionen wie Türöffnung und -freigabe erfolgen nach wie vor per Taster. Da in der VGF-Flotte ältere Fahrzeuge verbleiben, auf die das Fahrpersonal problemlos während ihrer Schichten wechseln werden, sollte der Wechsel zur neuen Bedienung nicht zu krass ausfallen.

Neu sind auch eine platzsparende Schiebetür zwischen Fahrkabine und Fahrgastinnenraum sowie die Anordnung der Sitze hinter der Kabine.

Serienmäßig verfügt der T-Wagen über das Fahrerassistenzsystem, das die Firma Bosch gemeinsam mit der VGF für den R-Wagen entwickelt hat. Es hilft dem Fahrpersonal, Hinternisse besser zu erkennen und Unfälle zu vermeiden.

40-Meter-Straßenbahnen

Von Anfang an hat die VGF die Nachrüstung der Fahrzeuge mit Verlängerungsmodul mitgeplant, was sich als vorausschauend erwies. 34 der 58 neuen Fahrzeuge wird die VGF als 40-Meter-Version beschaffen. Die hierfür notwendigen Module sind jeweils 8,5 Meter lang. Sie verfügen über ein angetriebenes Drehgestell und je eine zusätzliche Tür pro Wagenseite. Sie erhöhen die Kapazität der T40-Wagen auf 248 Sitz- und Stehplätze.

Weil die VGF die Voraussetzung für den Einbau von Mittelteil bei der Ausschreibung der T-Wagen geschaffen hatte, war auch eine Verlängerung bereits bestellter T30-Wagen möglich. Jetzt zahlt sich diese Weitsicht aus, weil die VGF flexibel war, die Kapazität der Fahrzeuge in der laufenden Bestellung der steigenden Nachfrage aufgrund des absehbaren Fahrgastwachstums anzupassen, statt eine Neuausschreibung zu lancieren.

Anpassung der Infrastruktur

Die zuerst zur Auslieferung kommenden T30-Wagen kann die VGF sofort und auf allen Linien einsetzen. Zunächst sollen sie jedoch auf den Linien 16, 17 und 18 zum Einsatz kommen, wie die VGF am Donnerstag angekündigt hat.

Für den längeren T40-Wagen sieht die VGF zunächst die stark frequentierte Linie 11 vor. Hierzu stehen noch Anpassungen der Fußgängerfurt und der Ampelanlage an der Haltestelle „Ostbahnhof/Sonnemannstraße“ aus.

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