Main-Weser-Bahn: Sommerbaustelle wie geplant abgeschlossen

Seit Montagmorgen gegen 4:30 Uhr können die Züge zwischen Bad Vilbel und Frankfurt die Main-Weser-Bahn nach zwölf Wochen Teil- und Vollsperrung wieder vollständig befahren. Fristgemäß hat die DB die geplanten Bauarbeiten während der Sperrpause abgeschlossen.

Das Projekt „Eigene Gleise für die S6“ ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Rhein-Main-Region. Mit den jetzt fertiggestellten Arbeiten hat es ein weiteres entscheidendes Etappenziel erreicht. Künftig kann die S-Bahn-Linie S6 auf eigenen Gleisen unterwegs sein und unabhängig von Nah- und Fernverkehr schneller, regelmäßiger und zuverlässiger fahren.

Zwischen Bad Vilbel und Frankfurt West entstehen bis Ende 2023 insgesamt 13 Kilometer neue Gleise, acht neue Eisenbahn-, Straßen-, Geh- und Radwegüberführungen sowie 19 Kilometer Schallschutzwände. In Frankfurt-Ginnheim entsteht außerdem einer neuer Haltepunkt.

Die zwölfwöchige Sperrpause im Sommer war nötig, um möglichst viele Arbeiten kompakt durchführen zu können. Während der vierwöchigen Teilsperrung im Juni konnten die Bahnen zunächst weiterhin eingleisig verkehren. Vom 9. Juli bis 5. September 2022 folgte eine achtwöchige Vollsperrung. Für die S6 wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, der Regional- und Fernverkehr wurde über Hanau umgeleitet.

Neue Fernbahngleise zwischen Bad Vilbel und Frankfurter Berg

Die DB hat in den letzten Wochen in mehreren Schichten tagsüber und vielfach auch in den Nachtstunden mit Hochdruck gearbeitet, um während der Sperrpause den engen Zeitplan einhalten zu können. In dieser Zeit wurden der Bahndamm sowie die Stützwände an der Nidda zwischen Bad Vilbel und Frankfurter Berg fertiggestellt. Verlegt wurden in diesem Abschnitt auch die neuen Fernbahngleise inklusive Leit- und Sicherungtechnik, Oberleitung und Weichen.

In den letzten Wochen hat die DB u. a. die neuen Fernbahngleise zwischen Bad Vilbel und Frankfurter Berg verlegt. Bild: © DB AG / Uli Planz

Sie verbinden auf einer Länge von etwa neun Kilometern die Haltepunkte „Bad Vilbel“, „Bad Vilbel Süd“, „Berkersheim“ und „Frankfurter Berg“ und werden ab 2023 ausschließlich dem Fern-, Regional- und Güterverkehr vorbehalten sein. Bis dahin nutzen sie vorübergehend auch die S-Bahnen. In „Bad Vilbel Süd“, „Berkersheim“ und „Frankfurter Berg“ hat die DB zudem provisorische Behelfsbahnsteige gebaut, damit auch in dieser Übergangszeit die Fahrgäste der S-Bahn problemlos ein- und aussteigen können.

Niddabrücke in Bad Vilbel erneuert

Zurückgebaut hat die DB in den letzten Wochen die alte Niddabrücke in Bad Vilbel. Sie wurde durch ein neue Brücke ersetzt. Über dem Flussbett wurde eigens eine Arbeitsbühne eingerichtet, um die komplexen Bauarbeiten durchführen zu können. Für die Arbeiten musste das Wasser der Nidda durch Rohre unter der Baustelle geleitet werden.

Die alte Niddabrücke in Bad Vilbel wurde zurückgebaut und durch eine neue Brücke ersetzt. Bild: © DB AG

Die DB hat in den letzten Wochen auch im restlichen Streckenbereich – vorwiegend in Eschersheim und Ginnheim – die Bauarbeiten deutlich vorangebracht. Zum Beispiel wurden der Bahnübergang am Lachweg geschlossen und zurückgebaut sowie für Zufußgehende und Radfahrende die neuen Querungen „Am Grünen Graben“ und „Nußzeil/Maybachstraße“ fertiggestellt.

Nun gehen die Bauarbeiten bei laufendem Zugbetrieb weiter. Für Ende 2023 ist die komplette Inbetriebnahme der neuen Gleise geplant. Voraussichtlich im Frühjahr und Ende des kommenden Jahres wird die Strecke noch weitere Male gesperrt werden müssen.

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