Osterhasen-Express bleibt dieses Jahr im Depot: Zeit für einen Rückblick

In diesem Jahr ist einfach alles anders als wir es gewohnt sind. Großveranstaltungen, wie die Luminale und die Nacht der Museen an denen die historischen Straßenbahnen der VGF zeigen können, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören, wurden abgesagt. Aber auch die Fahrten wie die zur Ostereiersuche im Verkehrsmuseum finden in diesem Jahr nicht statt. Nutzen wir also mal die Zeit um zurück zu blicken, auf das was sich seit 2009 an jedem Samstag an Ostern so auf den Schienen bewegte.

Wer hätte vor über einem Monat gedacht, was da auf uns zu rollt? Schulen und Kindertagesstätten sind geschlossen. Da wo es möglich ist, wird von Zuhause aus gearbeitet. Veranstaltungen werden abgesagt. Freizeiteinrichtungen, Restaurants und Geschäfte mussten schließen. In den Supermärkten und Drogerien gibt es seit Wochen kein Toilettenpapier mehr. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren nur noch eingeschränkt. Erst nach Ferienfahrplan, nun montags bis freitags nach einem verstärkten Sonntagsfahrplan. Damit bleiben zumindest die mobil, die nicht von Zuhause arbeiten können.

Die Corona-Pandemie hat uns fest im Griff. Und wir müssen unser Leben neu struktieren, unsere Kontakte einschränken und Abstand halten. Besonders auf die Menschen achten, die zu einer Risikogruppe gehören. Aber es wird einen Zeitpunkt nach Virus geben. Eine Zeit in der wir das zu schätzen lernen, auf was wir jetzt verzichten müssen. Doch was hat das alles jetzt mit dem Osterhasen-Express zu tun?

Nun ja: Heute wäre eigentlich der Tag, an dem der Osterhasen-Express mit Familien unterwegs gewesen wäre. Aus mehreren Stadtteilen wären historische Straßenbahnen und Busse nach Schwanheim ins Verkehrsmuseum gefahren. Dort hätten die Kinder nach versteckten Schokohasen und Ostereiern gesucht. Und dabei vor allem jede Menge Spaß gehabt. Der Ostenhasen-Express ist nach dem Nikolaus-Express die zweite Sonderfahrt der HSF im Jahr, die nicht auf die Straßenbahnfans ausgerichtet ist, sondern auf Familien mit Kindern. Ob mit Mama und Papa, Oma und Opa, Tante und Onkel oder vielleicht sogar mit allen zusammen: Ein mit Sicherheit toller Familienausflug wäre es geworden.

Am 11. April 2009 war die Premiere. Erstmals fuhr der Osterhasen-Express mit Pt-Wagen 190 (ex 690) vom Westbahnhof zum Haardtwaldplatz. Am Zoo durchfährt der Osterhasen-Express die Wendeschleife. Bild: © Thomas Lusmöller

Der Osterhasen-Express fährt seit 2009 an jedem Osterwochenende an Karsamstag. Anfangs war der Schauplatz der Ostereiersuche an der Straßenbahn-Wendeschleife am Haardtwaldplatz in Niederrad. Hier gibt es eine große Wiese für die Ostereiersuche und einen großen Spielplatz auf dem sich die kleinen Fahrgäste bis zur Rückfaht noch etwas austoben konnten. Der Nachteil an dem Standort war, dass die Mitglieder jedes Jahr die Wiese von den Hinterlassenschaften der Hunde befreien mussten. Der Aufwand dazu war groß und eigentlich auch unzumutbar für die Mitglieder. Schließlich verlegte man die Ostereiersuche ab 2015 ins Verkehrsmuseum. Hier ist man auch vom Wetter her unabhängiger, denn das Wetter beschert im März und April auch nicht unbedingt immer sonnige Traumtage.

Gruppenbild am Haardtwaldplatz am 23. April 2011: O-Wagen 110 (ex 908) und Pt-Wagen 190 (ex 690). Bild: © Thomas Lusmöller

In den Anfangsjahren verkehrten immer ein, maximal zwei historische Straßenbahnen und führten mehrere Fahrten durch. Mit der steigenden Nachfrage wurden weitere Fahrten ergänzt. Im vergangenen Jahr waren es drei historische Straßenbahnen, die jeweils zwei Fahrten durchführten sowie ein historischer Bus mit ebenfalls zwei Fahrten, der die Stadtteile ansteuerte, die nicht mit der Straßenbahn zu erreichen sind. Die Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge reicht zwar nicht an den Nikolaus-Express heran. Aber der Osterhasen-Express steht vom Erlebnis für kleinen Fahrgäste dem Nikolaus-Express in nichts nach.

Gruppenbild am Zoo am 19. April 2014: O-Wagen 110 (ex 908) leider mit unschöner Werbung hat die ersten Fahrgäste vom Gravensteiner-Platz abgeholt. Pt-Wagen 738 lässt den O-Wagen passieren und fährt anschließend zum Westbahnhof und nimmt dort seine Fahrgäste auf. Bild: © Thomas Lusmöller
O-Wagen 110 (ex 908) hat die Fahrgäste der ersten Runde wieder zum Gravensteiner-Platz gebracht und die Fahrgäste der zweiten Runde aufgenommen. Am 19. April 2014 passiert er die Felder nahe der Walter-Kolb-Siedlung. Bild: © Thomas Lusmöller
Pt-Wagen 738 erreicht am 19. April 2014 die Haltestelle „Otto-Hahn-Platz“. Bild: © Thomas Lusmöller
Pt-Wagen 148 (ex 748) ist am 15. April 2017 mittlerweile Museumswagen und hat die ursprüngliche Farbgebung zurück erhalten. Die Fahrgäste der ersten Runde hat er am Gravensteiner-Platz aufgenommen und befährt die ÖPNV-Trasse auf der Friedberger Landstraße nahe der Haltestelle „Bodenweg“. Bild: © Thomas Lusmöller
Als dritter Zug kam am 15. April 2017 M-Wagen 102 (ex 802) mit m-Beiwgen 1804 zum Einsatz. Hier befährt der M-Zug die Vogelweidstraße in Richtung Schwanheim. Bild: © Thomas Lusmöller
Pt-Wagen 148 (ex 748) ist mittlerweile auf der zweiten Runde unterwegs und hat die Haltestelle „Brücken-/Textorstraße“ passiert. Bild: © Thomas Lusmöller
Am 20. April 2019 ist der N-Wagen 112 (ex 812) mit seinen Fahrgästen nahe dem Bahnhof Niederrad in Richtung Schwanheim unterwegs. Bild: © Thomas Lusmöller
Vom Westbahnhof kommend passiert O-Wagen 111 (ex 902) am 15. April 2019 die Ludwig-Erhard-Anlage nahe der Frankfurter Messe. Bild: © Thomas Lusmöller
Zu den Museumswagen zählt auch Pt-Wagen 128 (ex 728). Auf seiner zweiten Runde nach Schwanheim durchfährt er am 29. April 2019 die Bürostadt Niederrad. Bild: © Thomas Lusmöller
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