Jede Sekunde zählt: Einstiegslotsen für pünktlichere S-Bahnen

Die S-Bahn Rhein-Main und der RMV führen einen Pilotversuch zur Verbesserung der Abfahrtspünktlichkeit auf der Tunnelstammstrecke durch und wollen wertvolle Sekunden gewinnen für pünktlichere Abfahrten der S-Bahnen.

Morgens und abends sind zur Zeit Mitarbeiter der Deutschen Bahn in den Hauptverkehrszeiten an den S-Bahnhöfen Frankfurt Hauptbahnhof (tief), Hauptwache und Konstablerwache als Einstiegslotsen im Einsatz. Sie sollen dabei helfen, dass sich die Türen schließen, wenn der Zeitpunkt der Abfahrt erreicht. Außerdem sollen sie die Fahrgäste möglichst gleichmäßig am Bahnsteig verteilen, damit alle Türen zum Einsteigen genutzt werden und sich keine Warteschlangen bilden. Mit dem Pilotversuch, der am 4. September 2017 zur Nachmittags-Hauptverkehrszeit startete und zunächst bis zum 29. September 2017 befristet ist, wollen die S-Bahn Rhein-Main und der RMV erreichen, die S-Bahnen auf der hoch frequentierten S-Bahn-Stammstrecke pünktlicher abfahren und Erfahrungen zur Kundenakzeptanz dieser für das Rhein-Main-Gebiet neuen Maßnahme gesammelt werden.

Christian Roth, der Leiter der S-Bahn Rhein-Main, sagt:

„Wir haben gemeinsam mit dem RMV das große Ziel, die S-Bahn für unsere Kunden pünktlicher und zuverlässiger zu machen.“

Gedränge beim Aus- und Einstieg am Bahnsteig in Frankfurt Hauptbahnhof (tief) © Deutsche Bahn AG / Andreas Varnhorn

Die DB setzt an verschiedenen Stellen an, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Insbesondere gehört hierzu der Bau neuer, zusätzlicher Gleise, die vorhandene Engpässe auflösen und für Entlastung sorgen sollen. Wichtig sind außerdem der Einbau neuer Leit- und Sicherungstechnik, um die Störanfälligkeit zu senken oder verbesserte Betriebsläufe bei der Bereitstellung oder Instandhaltung der Fahrgzeuge.

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV:

„Unsere Fahrgäste erwarten einen zuverlässigen und pünktlichen ÖPNV. Mittelfristig werden hier sicherlich die Modernisierungs- und Ausbaumaßnahmen der kommenden Jahre helfen. Kurzfristigkeit gilt es, keine Möglichkeit unversucht zu lassen, das S-Bahn-System besser und pünktlicher zu machen. Aus diesem Grund begrüßen wir den Pilotversuch.“

Die Verringerung der Haltezeitüberschreitungen an den Bahnhöfen ist ein Baustein für die bessere Pünktlichkeit. Pro Station im Tunnel sammelt jede S-Bahn im Schnitt 20 Sekunden Verspätung. Jede verspätete Abfahrt sorgt für Folgeverspätungen für alle nachfolgenden S-Bahnen. Um dass zu verbessern, ist die S-Bahn Rhein-Main auf das Verständnis und die Unterstützung der Fahrgäste angewiesen.

Eine wesentliche Ursache für zu lange Haltezeiten in den S-Bahnhöfen ist, dass die Türen aufgehalten werden, obwohl der Zug abfahrbereit ist. Während des vierwöchigen Testeinsatzes sollen die Einstiegslotsen genau, dass verhindern. Im Sinne aller Fahrgäste. Denn auf der S-Bahn-Stammstrecke fährt in der Hauptverkehrszeit alle zweieinhalb Minuten eine S-Bahn. Da zählt jede Sekunde.

Reisendenlenker im Frühjahr 2016 © Deutsche Bahn AG / Thomas Herler

Bereits im Frühjahr 2016 hatte die DB schon einmal Reisendenlenker eingesetzt. Damals haben sie sich im Wesentlichen auf die bessere Verteilung der Fahrgäste am Bahnsteig konzentriert. Der Versuch wurde zunächst nicht weiter verfolgt, da der Effekt zu gerring war.

S-Bahn-Chef Christian Roth erläutert:

„Da die zu langen Haltezeiten aber weiterhin eine Ursache für Verspätungen sind, machen wir einen weiteren Anlauf. Wobei wir uns diesmal ganz klar darauf konzentrieren, dass sich die Türen rechtzeitig schließen. Bei der S-Bahn Stuttgart wird das Verfahren bereits mit Erfolg angewendet. Daher haben auch wir uns dazu entschieden, einen Probelauf in Frankfurt zu machen.“

Reisendenlenker im Frühjahr 2016 © Deutsche Bahn AG / Thomas Herler

Befristet ist der Versuch zunächst auf vier Wochen, um zu sehen wie erfolgreich er ist und wie er von den Fahrgästen angenommen wird. Ende des Jahres wollen der RMV und die DB darüber entscheiden, ob er fortgesetzt wird oder nicht.

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