O-Wagen vorübergehend wieder im Linieneinsatz

Nach dem schweren Unfall des S-Wagens 222 mit einem LKW gestern auf der Hanauer Landstraße und der weiterhin angespannten Fahrzeugreserve kommt ab morgen ein weiterer Tram-Veteran zurück in den Linienbetrieb.

Eine freudige Überraschung erreichte die Fans des O-Wagens am Nachmittag: Wie die VGF mitteilte, kommt ab dem morgigen Donnerstag der O-Wagen 111 (ex 902), der in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert, vorübergehend wieder in den Linieneinsatz. Geplant ist den Tram-Veteran in der morgendlichen Hauptverkehrszeit auf der Straßenbahn-Linie 17 einzusetzen.

Schon mehrmals kam der O-Wagen in die Ehre des Liniendienstes aufgrund von fehlenden Niederflurwagen. O-Wagen 110 (ex 908) passiert am 1. Februar 2012 die Pylonen der U-Bahn-Station „Festhalle/Messe“. Bild: © Frederik Buchleitner

Grund für den überraschenden Einsatz ist die weiterhin angespannte Fahrzeugreserve. Die Veränderung der Linienwege der Straßenbahn-Linien 14 und 18 zum vergangenen Fahrplanwechsel im Dezember hatte die Fahrzeugreserve an Niederflurwagen aufgebraucht, weshalb die VGF seitdem in Spitzenzeiten bis zu fünf Pt-Wagen verteilt auf den Linien 17 und 18 einsetzt. Der gestrige Unfall des S-Wagen 222 auf der Hanauer Landstraße mit einem LKW hat die Situation noch weiter verschärft. Bei dem Unfall wurde die linke Fahrzeugseite so schwer beschädigt, dass der S-Wagen für längere Zeit nicht einsatzbereit sein wird.

Am 26. April 2013 durchfährt der O-Wagen 110 (ex 908) die Hamburger Allee in Richtung Hauptbahnhof. Bild: © Frederik Buchleitner

Um die angespannte Fahrzeugreserve zu entspannen und keine Fahrten ausfallen zulassen, greift die VGF auf ihren Museumsfuhrpark zurück. Die Hochflur-Fahrzeuge werden so eingesetzt, dass immer ein Niederflurwagen folgt und so Fahrgäste, die auf eine barrierefreie Bahn angewiesen sind, nicht länger als acht bis zehn Minuten warten müssen. Die VGF ist bemüht, dass auch die Fahrten des O-Wagens schnellstmöglich in der elektronischen Fahrplanauskunft kenntlich gemacht werden.

Kommt der N-Wagen auch noch in den Linieneinsatz?

Wie die VGF weiter mitteilte, ist in diesem Zusammenhang auch der Linieneinsatz des N-Wagens 112 (ex 812) denkbar. Als Einrichtungs-Fahrzeug, also mit nur einem Fahrerstand und Türen nur auf der rechten Seite, ist er jedoch nicht so freizügig auf allen Linien einsetzbar, wie der O- und die Pt-Wagen, da die meisten Linien mindestens an einem Streckenende über ein stumpfes Ende verfügen. Für den N-Wagen wären allerdings an beiden Streckenenden Wendeschleifen nötig. Möglich wäre daher nur ein Einsatz auf den Linien 12 und 21. Bei letzterer wäre dies nur möglich, wenn sie bis Nied fährt.

Entspannung nicht vor 2020

Eine Entspannung des angespannten Fuhrparks ist derzeit nicht in Sicht. Die VGF hat zwar im vergangenen Jahr 43 neue Straßenbahn des Typs Citadis bei Alstom bestellt. Das in Frankfurt als Typ „T“ bezeichnete Fahrzeug wird allerdings erst von 2020 an ausgeliefert und soll nicht nur die erste Niederflurgeneration Typ „R“ ersetzen, sondern auch den Fuhrpark ergänzen.

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