+++ Warnstreik am Montag, 2. Februar 2026! +++ Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeitenden im öffentlichen Nahverkehr am Montag, 2. Februar 2026, zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. In Frankfurt werden U-Bahnen und Straßenbahnen bestreikt. S-Bahnen, Regionalzüge und Busse werden nicht bestreikt, verkehren planmäßig und können vielfach als Alternative weiterhelfen. Im Busverkehr in Frankfurt ist mit einer spürbar höheren Nachfrage zu rechen. +++
+++ Vorangegange Betriebsstörung! +++ Auf den S-Bahn-Linien S1 bis S6, S8 und S9 kommt es aufgrund einer vorangegangenen Betriebsstörung durch einen Schienenbruch im Bereich Konstablerwache zu Verspätungen und Fahrtausfällen. Bitte informiere dich kurz vor Abfahrt über die aktuelle Betriebslage im Internet unter www.bahn.de oder www.rmv.de sowie über die Apps DB Navigator oder RMVgo und beachte die Ansagen und Anzeigen in den Zügen sowie an Bahnhöfen! +++ Stand: 02.02.2026, 14:55 Uhr +++

VGF bestellt neuen Gleisarbeitszug bei WINDHOFF

Die VGF erneuert ihren Fuhrpark weiter. Neben den neuen Straßenbahnen vom Typ Citadis von Alstom und die U-Bahn-Mittelwagen von Bombardier Transportation hat die VGF bei WINDHOFF Bahn- und Anlagentechnik in Rheine einen neuen Gleisarbeitszug bestellt. Mit der Neuanschaffung will das Frankfurter Verkehrsunternehmen die schrittweise Erneuerung ihres Arbeitswagen-Fuhrparks beginnen.

Dreiteiliger Arbeitszug mit Elektro-Antrieb

Der neue Gleisabreitszug, der nach derzeitiger Planung im Herbst 2022 ausgeliefert und in Betrieb genommen werden soll, wird aus drei Teilen bestehen. Zum einen aus zwei Gleisarbeitsfahrzeugen mit Fahrerstand, Motor und Ladefläche, wovon eines mit einem Ladekran ausgestattet ist. Beide Fahrzeuge werden jeweils ca. 13 Meter lang sein und verfügen über zwei Drehgestelle mit zusammen vier Achsen. Die vollklimatisierten Kabinen mit Fahrerstand bieten Platz für bis zu sechs Personen.

Das besondere an beiden Fahrzeugen ist ihr elektrischer Antrieb mit Stromabnehmern. Standardmäßig werden Arbeitszüge dieser Art noch immer von Dieselmotoren angetrieben, weil Gleisbau in aller Regel mit der Abschaltung von Oberleitung und Fahrstrom einhergeht. Die neuen VGF-Fahrzeuge verfügen für diesen Fall über Diesel-Hilfsaggregate.

In deutschen Stadtbahn-Systemen sind elektrisch betriebene Arbeitszüge bislang die Ausnahme. Die Projektbeteiligen haben sich bewusst für eine Abkehr vom bisher obligatorischen Dieselmotor entschieden. Zum einen um in eine nachhaltige Zukunft zu investieren und zum anderen möglichen Fahrverboten in Frankfurt entgegenzuwirken. In der jetzt anstehenden detaillierten Fahrzeug-Entwicklung werden VGF und WINDHOFF die Möglichkeiten ausloten, eine alternative Technik für den Hilfsantrieb mit zum Beispiel Brennstoffzellen oder Akkus einzubauen. Durchaus möglich, dass das Fehrzeug nicht nur mit Diesel-Hilfsmotor, sondern auch noch mit einem zusätzlichen Alternativ-Antrieb ausgeliefert wird.

Visualisierung des neuen dreiteiligen Gleisarbeitszugs. Bild: © VGF / WINDHOFF

Schienentransportwagen

Zum anderen gehört ein vierachsiger Schienentransportwagen zu dem Zugverband. Er ist über Kupplung ca. 17 Meter lang und verfügt über eine Ladefläche von 15,50 Meter, auf der 15 Meter lange Schienen zu den Baustellen gefahren werden können. Der Kran des einen Arbeitsfahrzeugs ist darauf ausgelegt, auch unter der nur 3,90 Meter hohen Oberleitung im U-Bahn-Tunnel Schienen vom angekoppelten Transportwagen zu heben und im Gleisbett abzulegen.

Der Zug kann in unterschiedlichen Behängungen zum Einsatz kommen: drei- oder zweiteilig, die Arbeitsfahrzeuge auch solo. Aneinander gekuppelt sind die zwei Arbeitsfahrzeuge – ob mit Schienentransportwagen dazwischen oder ohne – uneingeschränkt zweirichtungsfähig. Damit lässt sich der Zugverband äußerst variabel einsetzen.

Gleisbau und mehr

Eingesetzt werden kann der neue Arbeitszug künftig für alle Arbeiten an Gleisen im U-Bahn- und Straßenbahn-Netz. Alles was hierfür nötig ist, egal ob die 15 Meter langen Schienen, Baumaterial und -gerät oder andere Ausrüstung, kann er transportieren. Geeignet ist er auch zum unterirdischen Transport von Fahrtreppen oder Teilen davon.

Ausbau des Fuhrparks möglich

In Zukunft kann die VGF den zunächst dreiteilig beschafften Zug nach Bedarf eweitern. Sei es durch zusätzliche Schienentransportwagen, andere – auch niederflurige – Transportwagen oder Schotterloren. Einzige Einschränkung ist die Länge des Arbeitszugs, die laut Betriebsordnung Straßenbahn (BOStrab) 75 Meter nicht überschreiten darf. Die Breite definiert sich letztlich nach dem U-Bahn- und Straßenbahn-Netz. Die Arbeitswagen sind 2,40 Meter breit, der Schienentransportwagen 2,20 Meter, was sich mit seiner größeren Länge und den damit verbundenen Einsatzmöglichkeiten im VGF-Netz erklärt. Der Zug kann in der gewählten Konfiguration auf allen Strecken, in allen Stationen und an allen Haltestellen der VGF eingesetzt werden.

Ersatz für altengedienten Gleisrottenzug 2042

Mit dem neuen Gleisarbeitszug ersetzt die VGF den alten Gleisrottenzug mit der Nummer 2042, der 1993 nach Frankfurt ausgeliefert wurde. Das Fahrzeug gehört zur Baureihe KLV 53 B-B, die von den 1960er bis in die 1990er in großer Stückzahl gebaut und bei vielen Verkehrsbetrieben sowie der Deutschen Bahn im Einsatz war oder ist. In der Vergangenheit hat auch WINDHOFF solche Fahrzeuge gebaut.

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