Fährt die Linie 11 ab 2028 bis zum Höchster Bahnhof?

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling hofft, dass die Straßenbahn-Linie 11 zum 100. Jahrestag des Höchster Eingemeindungsvertrags von der bisherigen Endhaltestelle „Zuckschwerdtstraße“ zum Bahnhof fährt.

Mit dem Eingemeindungsvertrag im Jahr 1928 wurde den Höchster Bürgern versprochen, dass die Straßenbahn bis zum Höchster Bahnhof verlängert wird. Den Stadtrand von Höchst erreicht die Straßenbahn seit 1952 und wendet seitdem in der Blockumfahrung Ludwig-Scriba-Straße, Zuckschwerdtstraße, Bolongarostraße. Zur Weiterfahrt in den Stadtteil, der bis 1987 Verwaltungssitz des Main-Taunus-Kreises war, müssen die Fahrgäste an der Endhaltestelle „Zuckschwerdtstraße“ der heutigen Straßenbahn-Linie 11 in Busse umsteigen. Dabei liegt der zweitgrößte Bahnhof Frankfurts und wichtigste Verkehrsknoten im Frankfurter Westen nicht einmal einen Kilometer von der Endhaltestelle der Straßenbahn entfernt.

Nun kommt nach jahrelanger Diskussion wieder etwas Bewegung in Sachen Straßenbahn-Verlängerung. Die VGF und die RTW Planungsgesellschaft haben vereinbart, die Planung jetzt starten. Durchführen wird die Planung die RTW Planungsgesellschaft im Auftrag der VGF.

Seit 1952 endet die Straßenbahn am Stadtrand von Höchst in der Blockumfahrung Ludwig-Scriba-Straße, Zuckschwerdtstraße, Bolongarostraße. Zum 100. Jahrestag könnte die Linie 11 von heutigen Endhaltestelle zum Höchster Bahnhof verlängert werden. Bild: © Thomas Lusmöller

Die Umsetzung der seit langem erwarteten Verlängerung wird durch den Planungen der Regionaltagente West (RTW) zur Linienführung über den von Sossenheim kommenden Bahndamm in Richtung Höchst möglich. Angedacht ist, dass die Linie 11 die von der RTW benutzten am nördlichen Bahnsteig (Gleis 12/13) mitbenutzt. Während die Fahrgäste der RTW am hochflurigen Mittelbahnsteig ein- und aussteigen, nutzen die Fahrgäste der Linie 11 niederflurige Bahnsteige an den Außenseiten der Gleise.

Drei mögliche Varianten

Drei Varianten stehen in der Diskussion. Bei der ersten und teuersten Variante soll die zweigleisige Straßenbahnstrecke schon im Verlauf Ludwig-Scriba-Straße durch eine neu zubauende Eisenbahnunterführung auf die Nordseite fahren. Dies wäre vermutlich nur mit längeren Unterbrechungen des S-Bahn- und Regionalverkehrs möglich.

Zwei weitere Varianten gibt es für die bestehende Eisenbahnunterführung in der Zuckschwerdtstraße. Zum einen der zweigleisige Ausbau der Straßenbahngleise in der Ludwig-Scriba-Straße mit einer scharfen Rechtskurve in die Eisenbahnunterführung und einer weiteren scharfen Linkskurve auf den Bahndamm. Oder etwas geschmeidiger mit zweigleisigen Ausbau der bestehenden Trasse durch Bolongaro- und Zuckschwerdtstraße und einer geraden Führung in die Eisenbahnunterführung und nur der scharfen Linkskurve zum Bahnhof.

Varianten Trassenverlauf Linie 11. Grafik: © RTW Planungsgesellschaft mbH

Linie 11 im Akku-Betrieb

Problematisch ist noch das Thema Fahrspannung. Die RTW fährt in diesem Bereich mit 15 Kilovolt Wechselspannung, während die Straßenbahnen 750 Volt Gleichspannung benötigen. Dem könnte man damit begegnen, in dem die Straßenbahnen das verhältnismäßig kurze Stück auf DB-Infrastruktur mit Akkupack-Energiespeicher fahren würde. Die bei Alstom bestellten Citadis (T-Wagen) sind problemlos nachrüstbar.

Die Planung kann bei guten Verlauf der aktuellen Ausschreibungen und Angebotsabfragen voraussichtlcih im Mai 2021 im vollen Umfang starten. Derzeit werden noch zu klärende Themen wie Trassenvarianten und allgemeine technische Fragen mit DB und VGF endabgestimmt.

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