Computerstimme „Petra“ soll wieder verstummen

Schon bei ihrer Einführung war die Computerstimme „Petra“ unbeliebt. Die Kritik am Gestammel von „Petra“ bleibt massiv. Wie die Frankfurter Neue Presse (FNP) in der Printausgabe vom 23. August 2019 berichtet, denkt die VGF nun darüber nach, die Stimme aus U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen wieder auszumustern. Kommt jetzt wieder eine menschliche Stimme?

„Pre Ungesheim“ und „Ginnheim Erwaldgasse“ sind nur zwei Beispiele für schlecht ausgesprochene Haltestellennamen, die die Computerstimme „Petra“ in den Bussen und Bahnen den Fahrgästen um die Ohren wirft. Mit der Umstellung auf eine Computerstimme haben sich die Verkehrsgesellschaft VGF und Nahverkehrsgesellschaft traffiQ keine Freunde gemacht, als sie im Dezember 2016 damit anfingen in den Bussen Haltestellenansagen auszutauschen. 2017 folgte dann auch die Umstellung in den Straßenbahnen und U-Bahnen. Als Grund gaben die Unternehmen damals das neue zentrale, rechnergestützte Betriebsleitsystem ITCS an, dass schnelle und einfache Änderungen beispielweise bei Betriebsstörungen oder Baustellen zulasse. Ein weiterer Grund war, dass sich die bisherige, jahrzehntelange Sprecherin, Ingrid Metz-Neun, in den Ruhestand zurückgezogen hatte.

Seit 1977 sprach die Offenbacherin Ingrid Metz-Neun die Haltestellenansagen in Bussen und Bahnen nicht nur in Frankfurt am Main, sondern auch in 40 weiteren deutschen Städten. 2016 zog sie sich in Ruhestand zurück und lebt nun in Norddeutschland. Mit ihrer Nachfolgerin, der Computerstimme „Petra“, wollen sich die Fahrgäste auch drei Jahre nach ihrer Einführung nicht anfreunden. Foto: © ms&p Media, Sound and Pictures Gesellschaft für digitale Bildbearbeitung mbH

Doch auch drei Jahre nach Einführung lässt die Kritik an „Petra“ nicht nach. Zwar hat die VGF nachjustiert und einige Patzer in der Aussprache korrigiert, doch zufriedenstellend hört sich das alles nicht an. VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer räumt gegenüber der FNP ein, dass es einige Ansagen gäbe, die sich etwas komisch anhören. Laut Rüffer habe sich erst nach Einführung in der U-Bahn gezeigt, dass sich die Technik anders verhalte als in den Laborversuchen zuvor. Weitere Anpassen seien schwierig, weil sich die Sprache dann „sehr unnatürlich“ anhöre.

„Die Ansagestimme polarisiert total. Wenn die Kunden nicht zufrieden sind, sind wir auch nicht zufrieden.“

Michael Rüffer, VGF-Geschäftsführer, in der Frankfurter Neuen Presse vom 23. August 2019

Bei der VGF prüft man aktuell, wieder eine menschliche Stimme einzusetzen. Dazu müsste ein Sprecher oder eine Sprecherin eine bestimmte Anzahl an Worten und Silben einsprechen. Diese würden dann digitalisiert werden und je nach Ansagetext im Computer wieder zusammengesetzt werden. Diesen Weg hat die Freiburger Verkehrs-AG nach Fahrgastbeschwerden genommen. Ein vergleichbares System führt die Deutsche Bahn derzeit an den Bahnhöfen ein.

Wann genau „Petra“ aus den U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen verbannt wird, konnte Rüffer der FNP nicht sagen.

Nicht ganz ernst zu nehmen ist wohl das Angebot des SPD-Stadtverordneten Thomas Bäppler-Wolf, der in einer Verkehrsausschuss-Sitzung erklärte, sein Organ zur Verfügung zu stellen. Der hauptberufliche Tanzlehrer und Travestiekünstler würde die Ansagen gerne auf frankfurterisch einsprechen oder je nach Stationsname passend in einem anderen Dialekt, wie zum Beispiel die Leiziger Straße auf sächsisch. Ob das dann wirklich sein muss? Schließlich kamen die Ansagen des Comedy-Duos Badesalz im Jahr 2017 auch nicht immer gut an.

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