„Ich bin ein Stromer!“: Elektro-Busse auf der Linie 75

Zum Fahrplanwechsel übernehmen fünf auffällige Elektro-Busse den Betrieb auf der Bus-Linie 75. Es ist die erste Bus-Linie in Hessen, die komplett von elektrischen Busse bedient wird.

Mit ihrem knallbunten Design und pfiffigen Aufschriften fallen die fünf neuen Elektro-Busse auf und werben in eigener Sache. Sie kommen ab 9. Dezember 2018 auf der Ringbus-Linie 75 zum Einsatz, die die Verbindung zwischen der Bockenheimer Warte, dem Botanischen Garten, dem Uni Campus West und dem Palmengarten herstellt.

Mit der Bus-Linie 75 wird in Hessen die erste Bus-Linie auf Elektrobusse umgestellt. Bild: © traffiQ Frankfurt am Main / Krutsch

Oberbürgermeister Peter Feldmann findet:

„Wir können stolz darauf sein, dass Frankfurt die erste hessische Stadt ist, die eine ganze Buslinie auf elektrischen Betrieb umstellt.“

Bernhard Maßberg, Abteilungsleiter im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, sagt:

„Wenn wir für die Menschen in den Innenstädten eine Entlastung von Abgasen und Lärm erreichen wollen, dann führt kein Weg an der Elektromobilität vorbei“, sagt Maßberg.

Während der Vorlesungszeit sind bis zu fünf Busse auf der Linie 75 im Einsatz, die in den Vorlesungszeiten von bis zu 2.600 Fahrgästen pro Tag genutzt wird. Während der Semesterferien ist nur ein Bus unterwegs, so dass Elektro-Busse auch auf anderen Linien erprobt werden können.

Linienweg der Bus-Linie 75 im Westend. Grafik: © traffiQ Frankfurt am Main

Hohe Umweltstandards – Nahverkehr zu 80 Prozent elektrisch

In Deutschlands Pendlerhauptstadt leisten schon heute Frankfurts Busse und Bahnen mit einem dichten Netz und modernen Fahrzeugen einen großen Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilität.

Verkehrsdezernet Klaus Oesterling stellt fest:

„Der Großteil der Nahverkehrsleistung wird in Frankfurt schon seit Jahrzehnten mit S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen elektrisch erbracht – im Jahr 2017 waren das rund 80 Prozent der Fahrten unserer Fahrgäste. Und wir werden das weiter ausbauen.“

Der Geschäftsführer der lokalen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ, Dr.-Ing. Tom Reinhold, ergänzt:

„Die rund 370 Fahrzeuge große Busflotte ist eine der modernsten und saubersten in Deutschland – der EEV-Standard ist selbstverständlich, ein Drittel der Busse erfüllt bereits die Norm Euro VI.“

Die Zahl der Euro VI-Busse nimmt stetig zu, auch weil traffiQ klare Vorgaben zum Höchstalter der Fahrzeuge und dem Durchschnittsalter der Busflotte macht. Alois Rautschka, Geschäftsführer der städtischen In-der-City-Bus GmbH (ICB), kündigt an:

„Die ICB kann daher ab Dezember die Linien 64 und 36, die in der durch Feinstaub besonders belasteten Innenstadt (innerhalb des Anlagenrings) verkehren, komplett auf Busse mit dem hohen Umweltstandard Euro VI einsetzen.“

Und auch auf der ebenfalls die Innenstadt querenden Linie 30 werden zu etwa Zweidrittel Euro VI-Busse eingesetzt.

Die Umstellung der Linie 75 auf Elektro-Busse ist ein wesentlicher Beitrag zur Reduzierung von Luftschadstoffen in Frankfurt. Jährlich werden etwa 200 Tonnen Kohlendioxid (CO2) und 640 kg Stickoxid (NOx) weniger an die Umwelt abgegeben. Bis zum Jahr 2030 soll der gesamte Nahverkehr ohne lokale Schadstoffemissionen erbracht werden. Voraussichtlich im Sommer 2019 werden die ersten drei mit Wasserstoff betriebenen Busse nach Busse in Frankfurt erwartet.

Entscheidender Beitrag: Landesförderung

Die Investionsmehrkosten der ICB in die Busse und die Ladeinfrastruktur belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Mit 760.800 Euro fördert das Land Hessen das Projekt. Die Zuwendung ist zweckgebunden für die Beschaffung der Busse und für den Aufbau der für ihren Betrieb notwendigen Ladeinfrastruktur. Eine Laufzeit von mindestens acht Jahren ist für beides vorgesehen.

Der innerstädtische Busverkehr ist mit seinen festen Routen und seiner hohen Fahrleistung optimal dafür geeignet, eine Entlastung der Innenstädte von Abgasen und Lärm zu erreichen. Die Anschaffung von Elektro-Bussen ist allerdings noch mit deutschlichen Mehrkosten verbunden, auch weil es an der notwendigen Ladeinfrastruktur fehlt. Das hessische Verkehrsministerium stellt jährlich fünf Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung, um die hessischen Busunternehmen hier zu unterstützen. Hessen ist damit das erste Bundesland mit einem eigenen Förderprogramm für Elektro-Busse. Es kann damit in Frankfurt einen Meilenstein auf dem Weg in die Elektromobiltät unterstützen.

Das von traffiQ und ICB gemeinsam betriebene Vorhaben und die Förderung durch das Land begrüßt Oberbürgermeister Feldmann:

„E-Mobilität gibt es in Frankfurt mit der Straßenbahn seit mehr als 130 Jahren. Aber die Beschaffung von fünf Batteriebussen ist der endlich notwendige Einstieg in alternative Antriebstechnologien im städtischen Busverkehr. Die Förderung eröffnet die Chance, durch den Einsatz dieser Fahrzeuge die lokalen Emissionen des innenstädtischen Verkehrs in Frankfurt am Main zu verringern.“

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