10-Minuten-Garantie: RMV zieht nach einem Jahr Bilanz

Der RMV hat ein Jahr nach Einführung der verbundweiten 10-Minuten-Garantie eine umfangreiche Bilanz gezogen: Ingesamt wurden mehr als 600.000 Garantiefälle bearbeitet und dabei rund 1,4 Millionen Euro Fahrtgeld an die Kunden zurück gezahlt. 90 Prozent der Anträge stammen von Zeitkarteninhabern, die mit jedem Antrag einen Anteil ihrer Monats- oder Jahreskarte erstattet bekommen.

RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat sagt:

„Ein zuverlässiges Fahrtangebot ist das A und O für einen guten ÖPNV. Um dafür einzustehen, haben wir unseren Fahrgästen mit der 10-Minuten-Garantie ein Versprechen gegeben. Auch wenn es uns freut, dass dieser im Vergleich zu anderen großen Verkehrsverbünden einmalige Service so gut angenommen wird, zeigen uns die hohen Antragszahlen vor allem eins: Dass wir in punkto Pünktlichkeit besser werden müssen.“

Meiste Verspätungen durch marode Infrastruktur

Rückschlüsse, welche Linien besonders belastet sind, liefern die Daten der Garantie. Wie der RMV mitteilt, beziehen sich 90 Prozent der Anträge auf den regionalen Schienennahverkehr. Ursachen für die Verspätungen sind unter anderem Technische Störungen, Personen im Gleis und Notarzteinsätze – und vor allem die überlastete Infrastruktur. Mit den meisten Anträgen tut sich der RE50 hervor, der zwischen Frankfurt und Fulda unterwegs ist, gefolgt von der S2 und der S8. Sie alle fahren auf hoch ausgelasteten Schienenstrecken, deren Gleise sie sich mit anderen regionalen Linien und/oder dem Fernverkehr teilen müssen. Fährt auch nur eine Verbindung ein wenig außer Takt, behindern sich die Züge gegenseitig.

Der RMV arbeitet gemeinsam mit vielen Partnern daran, die Situation zu verbessen: Der Bund, das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main, die Deutsche Bahn und der RMV investieren in den kommenden Jahren mehr als zwölf Milliarden Euro in den Ausbau der Schieneninfrastruktur rund um Frankfurt im Rahmen des Projekts „Frankfurt Rhein-Main plus“. Die DB und der RMV setzen zudem auf eine Vielzahl an Einzelmaßnahmen, wie beispielsweise Einstiegslotsen an stark frequentierten Bahnhöfen, um die Pünktlichkeit zu verbessern.

Ausbau des Services

Um noch genauer zu erfahren, wie die Fahrgäste den Service bewerten, hat der RMV zusätzlich zur Auswertung der 10-Minuten-Garantie eine Marktforschung durchgeführt. 80 Prozent der Befragten sehen die 10-Minuten-Garantie positiv. Deshalb baut der RMV den Service weiter aus. Seit der Einführung wurden beispielsweise die Zahl der Auszahlungsstellen deutlich erhöht. Seit Jahresbeginn wurden 27 neue Standorte etabliert. Damit bietet der RMV derzeit an 59 Auszahlungsstellen die Abholung der Erstattungsbeträge an.

RMV-10-Minuten-Garantie hat Vorreiterrolle

Deutschlandweit ist die seit Juni 2017 angebotene 10-Minuten-Garantie des RMV ein einmaliges Angebot für einen Verkehrsverbund mit vergleichbarer Größe, Verkehrsbelastung und regionaler Vielfältigkeit. Je nach Fahrkartenart gibt es ab zehn Minuten Verspätung am Ziel den Fahrpreis vollständig oder anteilig zurück – auch wenn der Umstieg nicht geklappt hat. Die Anträge für die 10-Minuten-Garantie können innerhalb von sieben tagen nach einer ausgefallenen oder verspäteten Fahrt online gestellt werden. Nach erfolgter Bearbeitung gibt es das Geld unter Vorlage der Originalfahrkarten an ausgewählten RMV-Mobilitätszentralen, an RMV-Vertriebsstellen sowie an den durch die DB Vertrieb betrieben RMV-MobilitätsInfos in vielen Stationen oder im direkten Bahnhofsumfeld zurück. Die Garantiefälle können bei Bedarf bis zu drei Monate gesammelt und in Summe vor Ort ausbezahlt werden. Der volle Fahrpreis wird bei Einzelfahrkarten bis maximal sechs Euro in der 2. Klasse und acht Euro in der 1. Klasse erstattet. Bei Zeitkarten wie Monats- und Jahreskarten wird der Preis antteilig abhängig von der Preisstufe erstattet. Auszahlungen sind bereits ab 50 Cent möglich. Nach 21 Uhr können alternativ zur Fahrpreiserstattung Taxikosten bis 25 Euro übernommen werden.

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