Wiederinbetriebnahme der U5 verzögert sich bis Oktober

Die Spatzen pfiffen es schon länger von den Dächern. Am Montag lies die VGF dann die Katze aus dem Sack. Die U5 wird nicht wie geplant zum Ende der Sommerferien wieder in Betrieb genommen. Für die Fahrgäste bedeutet das weiterhin auf Ersatzbusse umzusteigen.

Wer sich in der letzten Woche auf der Baustelle in der Eckenheimer Landstraße umgesehen hat, wird sicher selbst schnell zu dem Schluss gekommen, dass zum Ende Sommerferien hier keine U-Bahn fahren wird. Am vergangenen Montag wurde dies in einer kurzen Presseinformation der VGF mit dem Hinweis bestätigt, dass weitere Details in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Dies tat die VGF dann gestern.

Die U5 wird voraussichtlich ab dem 10. Oktober 2016 wieder durchgehend zwischen Preungesheim und Hauptbahnhof fahren. Allerdings wird die Station „Glauburgstraße“ auch nach der Wiederinbetriebnahme vorerst nicht von den modernen U-Bahn-Wagen angefahren werden können. Sie soll erst Ende Oktober in Betrieb genommen werden.

Grund für die Verlängerung der Bauarbeiten sind nach Angaben der VGF verschiedene Störungen im Bauablauf. Auf mehr geht die Presseinformation der VGF nicht ein. Aber VGF-Pressesprecher Bernd Conrads verrät, warum das Verkehrsunternehmens erst jetzt informiert: „Wir wollten erst mit vollständigen und vor allem zuverlässigen und belastbaren Informationen an die Öffentlichkeit gehen. Bis zuletzt haben wir alles versucht, die Arbeiten zumindest soweit abzuschließen, um die U5 am 26. August wieder fahren zu lassen. Hierzu haben wir verschiedene Lösungsvorschläge und unterschiedliche Szenarien geprüft, bis hin zu einer provisorischen Haltestelle vor der Musterschule und Einsatz der älteren Ptb-Wagen mit ihren Klapptrittstufen, was angesichts des Schulbeginns sehr wichtig gewesen wäre. Da wir eine sichere Fußgängerführung rund um die Musterschule bei gleichzeitigem U-Bahn-Betrieb nicht garantieren konnten, mussten wir sogar diese Lösung verwerfen.“

Die Situation bezeichnet Conrads als „vollkommen unbefriedigend“. Im Namen der VGF entschuldigt er sich für die Verzögerungen: Es sei zwar von vorneherein klar gewesen, dass nach der Inbetriebnahme der beiden Stationen noch weitere Bauarbeiten entlang der Eckenheimer Landstraße nötig sein würden, „aber es kam für uns neben der Inbetriebnahme der U-Bahn darauf an, die Behinderungen auf dieser wichtigen Straße so kurz wie möglich zu halten. Wir kennen die Bedeutung gerade für Anwohner und Geschäftsinhaber und deswegen haben VGF und städtische Ämter alles für eine reibungslose Fertigstellung der zwei Stationen getan. Ich bedauere sehr, dass wir unsere wiederholte Zusage jetzt nicht einhalten können.“

Wie geht es nun weiter?

Für die Nutzer der U5 ändert sich nichts. Sie pendelt bis voraussichtlich 9. Oktober 2016 weiterhin zwischen den Stationen „Preungesheim“ und „Marbachweg/Sozialzentrum“. Bis zur Konstablerwache und zurück bleibt der Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Die Eckenheimer Landstraße bleibt außerdem weiterhin für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch das bekannte Verkehrskonzept rund um die Baustelle mit der kontrollierten Zufahrtsregelung über die Logistikspur und der Sperrung verschiedener Querstraßen bleibt bis zum Ende der Bauarbeiten. Ziel sei ein für die gesamte Restbauzeit einheitliches und bei Anwohnern und Anliegern bekanntes Verkehrskonzept. Die Öffnung würde die weiteren Bauarbeiten stark beeinträchtigen und das Ende weiter verschieben.

In mehreren Abschnitten sind weitere Arbeiten entlang der Baustelle notwenig. Der eigentliche Stationsbereich der Station „Musterschule“ muss aufgebaut werden und die gesamte Ausstattung, wie Wartehallen, Sitzbänke, Vitrinen und Fahrscheinautomaten, montiert werden. Dazu gehören auch die Fertigstellung der rückwärigen Treppenanlagen, Pflasterarbeiten auf den Gehwegen, Versetzen der Borde und Asphaltarbeiten in den Nebenstraßen. Außerdem die Installierung der endgültigen Ampelanlagen sowie die Anbringung von Beschilderung und Markierungen.

Das gilt auch im großen und ganzen für die Station „Glauburgstraße“. Hier stehen außerdem die Erneuerung von Teilen der Fahrbahn, Pflasterarbeiten in den Park- bzw. Gehwegflächen und vor allem das setzen Fertigteile zum Bau der Bahnsteige auf dem Programm. Zudem wird die Station erst Ende Oktober in Betrieb genommen.

Noch gearbeitet wird auch außerhalb der Bahnsteigbereiche der zwei Stationen auf der Eckenheimer Landstraße und an den Einmündungen der Seitenstraßen. Hier stehen auf Gehweg- und Nebenflächen noch Tiefbau- und Aspahltarbeiten an. Bis voraussichtlich 25. August sollen die Arbeiten im Bereich der Kreuzung Eckenheimer Landstraße/Glauburgstraße abgeschlossen sein. Hier sind noch weitere Arbeiten an Gas- und Trinkwasserleitungen sowie Nebenflächen notwendig. Der Termin wurde bereits zweimal verschoben, weil die Leitungen in den Plänen nicht korrekt verzeichnet waren und ein maroder Wasserkanal.

Durch die Verzögerung werden sich auch die Kosten für die beiden Stationen, allein durch den Ersatzverkehr und die Müllentsorgung, erhöhen. Ursprünglich belaufen sie sich Kosten auf insgesamt 18,7 Millionen Euro, wovon 9,4 Millionen Euro vom Land Hessen gefördert.

Gleisbau im Herbst in Eckenheim

Ein besonderes Bonbon hat sich die VGF für den Abschluss der Presseinformation aufgehoben. Für den Herbst kündigt das Unternehmen Gleisbauarbeiten im Kreuzungsbereich Eckenheimer Landstraße/Marbachweg an. Hier werden vom 17. Oktober 2016 an zwei neue Weichen und eine Weichenkreuzung ausgetauscht. Die U5 würde dann bis zum 2. November vom Hauptbahnhof nur bis zum Hauptfriedhof fahren. Weiter nach Preungesheim fahren dann Ersatzbusse.

Die VGF versucht nun in Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt die Arbeiten vorzuziehen, um sie parallel zu den verlängerten Arbeiten in der unteren Eckenheimer Landstraße zu erledigen und eine weitere Unterbrechung der U5 eine Woche nach der dann fast siebenmonatigen Sperrung zu verhindern.

Da fragt man sich nur, warum diese Arbeiten nicht gleich hätten parallel erledigt können?

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